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Gedichte aus dem Leben

Geschichten aus dem Leben. Philosophisches, mystisches, menschliches und nachdenkliches.



© Horst C.G.Lux

der gnom

ein gnom in meinem garten sass
auf meinem schönen grünen gras
und schaut in sein schlaues büchlein rein
was zauber ich heut nacht in's gute stüblein fein
ein paar geschenke dürften es mal wieder sein
was schönes für die seele, die braucht ihre ruhe
oder vielleicht ein paar neue bunte schuhe?
wie er so sitzt und noch überlegt,
ein windlein über sein mützchen weht
da schaut er plötzlich zu mir in's fenster
seh ich jetzt hier mal wieder gespenster?
da grinst er frech und schaut herunter
kratzt sich am ohr doch jetzt ganz munter
blättert in seinem büchlein hin und her
pfeift ein liedchen und tut sich schwer
potzblitz da steht es doch geschrieben
alles hier für meine lieben
das nehme ich, dann sind sie glücklich
zeigt darauf, murmelt und bückt sich
spricht den spruch und lächelt dabei
gleich kommt die freude zu dir
eins-zwei-drei



Steinwesen

Es ist das Tau
welches ich in meinen Händen spüre,
als ich auf dem Stein sass
welchen ich noch immer fühle.

Aus dem Stein
kam ein fröhliches lachen
moment mal, wer ist das
sind das nun des Steines Wachen?

Ein Mützchen
unter dem sich ein Wichtel verbirgt,
nun habe ich Gänsehaut
das hat er bewirkt.

Es grinst mich an
das ist doch nicht wahr?
hab' ich was getrunken?
Ich dachte, ich bin klar.

Auf einer weiteren Lichtung
ganz hinten am Feld
dort spiegelt sich die Sonne
dort siehst Du des "kleines Volkes" Welt.



Der Hexenbesenbinder

Heimlich band der Hexenbesenbinder
seinen Hexenbesen auf einem Hockerrücken
wollt' den Hexenbesenstiel mit neuem
Birkenreisig zum feiern neu bestücken.

Wollte er doch beim Hexenbesenfest
einen neuen Hexenbesen haben;
es schaut ganz leis' zum Fenster
finster rein zwei alte weise Raben

Da schaut der Hexenbesenbinder
von seinem binden auf die zwei;
nahm lächelnd ihre Augen wahr
und brummelte der Hexenworte vielerlei

Der Hexenbesen knisterte, als er
an den Stiel den Birkenreisig band
zupfte sich ganz eilig ein paar
Birkenreisigspähne vom Gewand

Doch schon wackelte ein Rabe
und schaut nochmal zum Fenster rein;
da ward dem Hexenbesenbinder
schon klar, das wird alles fein

Er nahm den Haselnusstiel in seine Hand
und zurrte fest den Reisig dran;
murmelte seine Zauberworte ~
der Blutstropfen auf dem Besen gerann

Drei Hexenhaselnussbänder
diesen neuen Besen zieren
und vor Freude fängt er gleich
in den Reisig an zu niesen

Plötzlich erhob sich der Hexenbesen
und der Hexenbesenbinder lacht
hab ich nun den Hexenbesen
der mir die Arbeit jetzt leichter macht

Nun fliegt der Hexenbesenbinder stolz
mit dem Hexenbesen auf das Fest
und winkt den anderen hold noch zu
doch, ach weh, er stürzt ab ~
er hatte sich verschätzt.

Die Moral von der Geschicht:
hüte dich vor Hexenbesen
und binde Hexenbesen nur am Tag
denn bindet der Hexenbesenbinder seinen Besen in der Nacht
er viel schneller auf der Nase lag ...



kobolde

kleine kobolde
sie sitzen im ast
sie schaun uns zu
ganz ohne hast
sie machen
eine pause
sie machen rast
gleich sind sie unten
mit einem satz
entdecken für sich
einen neuen schatz
bekommen von uns
speisen und trank
schmatz-schmatz
dann sagen sie
recht herzlichen dank
doch dann sind sie leider
ganz schnell weggerannt
so wurden wir gar nicht
mit Ihnen bekannt



nebelgeister

der dunst steigt
nach oben, es scheint,
als gibt der wald rauchzeichen
doch bald wird der nebel weichen
manch einer meint er wäre verloren
dunkel hängen manche äste
nach unten bis auf den
boden
ein vogel kreist und kreischt
am himmel zieht er kreise hoch droben
Nebelschwaden wabern und sickern über den bacH
zu dieser zeit ist hier niemand mehr wach
ich sehe die geister und
habe einen verdacht
wir werden bestimmt
von ihnen bewacht
ein kalter tropfen
rinnt mir in's genick
welch ein gemeiner trick
da hat doch ein kleiner geist
vor lauter freude leise gelacht
bestimmt haben sie sich mit mir
nur einen kleinen spaß gemacht



wichtelblick

draussen
auf dem ast am
baum, da sitzt einer,
ist einen halben
meter groß
und
regt
sich kaum, guckt herein
mit leuchtendem blick, schaut und grinst ganz verschmitzt
ob die kinder wohl artig waren? ob er
ihnen kann geben süße gaben?
dann schaut doch mal nach
vielleicht könnt ihr eure
gaumen bereits laben
laßt es euch
schmecken
und euch von den
mini-wichteln necken
... solltet ihr sie entdecken



der keltische knoten

das unendliche
band
zieht sich
von kurve
zu kurve
unerbittlich
im kreis
verschlungen
die wege
als zierde
schmückt es
meine hand
ein ring
der den
weg weist
der weg ist
ewigkeit



der flug

du streckst
deinen arm weit hinaus
und lockst mit einer maus
mit kraftvollem schlag
und gradlinigem flug
stürzt er sich
nach unten
vorbei
sind die
gedrehten runden
die scharfen krallen umschließen die silbernen schnallen
die glöckchen erklingen, die winde singen
wie ein katapult
schnellt er wieder
nach oben
und dreht dabei
seine runden
ist wieder
auf der suche
nach neuer beute
da schauen sie die leute
kreist in der luft
du streckst
deinen arm
weit hinaus
er stürzt hinab
wir schaun gebannt
habt ihr den falkner erkannt?



wasser das keins ist

was
du im
mund
hast
ist kein
wasser
der stock ist
präpariert
du siehst
und spürst
die gefahr
es sträubt
sich jedes haar
du spuckst das wasser
das keins ist auf den stock
der wind verfängt sich in deinem rock
eine helle flamme, ein stich
erleuchtet dein gesicht
feuerspucker
so nennt man dich



minnesänger

du klingst und singst
du stampfst und pfeifst
du gibst den takt an
bist derjenige
der die menge antreibt
dein gewand ist bunt
dein musikinstrument rund
eine sackpfeife
sie tönt durch den saal
ein lauer wind bewegt
den fensterschal
die melodie erhebt sich
über uns hinfort
man hört dich bestimmt
auch noch im nachbarort
ich danke dir
für dein schönes spiel
kann dir nur sagen
daß es mir sehr gut gefiel.



gewandete

ihr reist im gewand von stadt zu stadt
verkauft an eurem stand
was zum leben wird
gebraucht oder
angewandt
viele kräuter,
seifen, fälle, hölzer und düfte
euer zelt ist groß und braucht deshalb
einiges an weiterer
stütze
der tisch ist auf's
festlichste geschmückt
die holzstühle daran nah herangerückt
alles in allem ein tisch der die sinne beglückt



Merlin

Holder Merlin
ich rufe Dich an
gebt mir
einen Zauber
den ich
anwenden kann

Ich knie
vor Euch nieder
Hört mich an!
Ich bin bereit
Ich bin gebannt.

Ich ziehe
den Kreis
eng um mich
Es schützet mich
das goldene Licht

Drei Tage
Drei Nächte
so soll es sein
dann wächst
mir das Haar
schulterlang

Ich spring
durch das Feuer
ich ruder im See
ich heule
den Mond an
und tanz
mit der Fee

Dann
sprech ich
die Formel
die magische aus

Die Steine
sie glühen
sie schauen
mich an
sie wissen
was wahr ist
und was ich kann

Drum geb ich
Euch hier
einen guten Rat
geht mir
aus dem Weg
bei Mondschein
in der Nacht.



Steinkreis

ein Stein quer
zwei unten drunter
ein steinkreis an
einem geheimen ort
stehen die menhire
im kreise dort
aufrecht
manchmal
liegend
ich fragte mich oft
was die wohl wiegen
die elfen sich dort
um mitternacht lieben
sie lassen viele bunte
blüten dort liegen
seid ihr jetzt neugierig
wie sie sich dort wiegen
vielleicht werdet ihr sie
vor die augen kriegen



der dudelsackspieler

deine
weisen
hört man
im ganzen
land, du pfeifst
und zischst
und spielst
wunderbar
bist
bekannt
ich sehe dich stehen in
deinem gewand du spielst für mich
und spielst für dich
ich erkenne es in
deinem
gesicht
du bist
ein
künstler
so wie ich
deshalb schreib
ich für dich dies gedicht



mondliebe

als ich in den
brunnen blickte
sah ich den mond
im wasser scheinen
in wellen leuchtete
er mir zu
ich lächelte zurück
schön, dass wir uns wieder
gefunden haben, ist der Tag
manchmal lang bis wir
uns wiedersehen



vogelwalzer

die vögel sitzen wie kleine noten
gespannt auf der stromleitung
haben die schnäbel gespitzt
und zwitschern eine melodie
ein ton fliegt hoch
ein ton setzt sich wieder
ein auf und ab der schönsten lieder



grosskauf

sieben
sterne
ergeben den
großen wagen
funkeln, leuchten
sind erhaben
damit kann
man durchaus sparen
schön einkaufen gehen
und viele gefühle mit
nach hause tragen
aber bitte
... nicht weitersagen








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